Aktuelle Lage: Stabilisierung auf hohem Niveau
Ob für Heizung, Warmwasser oder als Energieträger in Gewerbe und Industrie – Gas bleibt 2026 ein relevanter Kostenfaktor. Nach den extremen Preissprüngen der Krisenjahre hat sich der Markt zwar stabilisiert, liegt jedoch weiterhin deutlich über dem Niveau vor 2021. Auf dieser Seite erfährst du, wie hoch die aktuellen Gaspreise sind, wie sich die Kosten in den letzten Jahren entwickelt haben, welche politischen, wirtschaftlichen und saisonalen Faktoren den Preis beeinflussen und mit welchen strategischen Maßnahmen du deine Gaskosten nachhaltig senken kannst.
So viel kostet Gas aktuell im Schnitt
Haushaltsgas
11,10 ct/kWh*
(Quelle: BDEW Gaspreisanalyse Januar 2026)
Gewerbegas
9,00 ct/kWh*
(Quelle: Verivox Gewerbegas 2025)
Industriegas
3,5 ct/kWh (reiner Energiepreis)
(Quelle: E.ON Industriegas 2025)
*Angaben beziehen sich auf Durchschnittswerte inkl. Steuern, Umlagen und Netzentgelte.
Finde heraus, wie gut deine Gaspreise tatsächlich sind!
Mit dem Energiekosten-Einspargutachten erhältst du absolute Klarheit über deine Gaskosten. Schwarz auf weiß siehst du, welches Einsparpotenzial in deinen aktuellen Verträgen steckt – und ob du, wie viele andere, zwischen 10 und 25 % zu viel bezahlst.
Gasarten im Überblick: Haushalt, Gewerbe & Industrie

Haushaltsgas
Jahresverbrauch bis ca. 30.000 kWh
Haushaltsgas ist der Standardtarif für private Verbraucher, wenn es um Heizung, Warmwasser und Kochen geht. Auch in der Wohnungswirtschaft spielt er eine zentrale Rolle, da die Gaskosten einen wesentlichen Bestandteil der Nebenkostenabrechnung ausmachen.
Der Preis für Haushaltsgas hängt von Faktoren wie individuellem Verbrauch, Region, Anbieter und Vertragskonditionen ab. Zusätzlich wirken staatliche Abgaben, Netzentgelte und der CO₂-Preis direkt auf die Endkosten.

Gewerbegas
Jahresverbrauch ab ca. 30.000 kWh bis 500.000 kWh
Gewerbegas richtet sich an KMU wie Handwerksbetriebe, Praxen, Kanzleien, Gastronomie oder Büros.
Gewerbekunden profitieren häufig von speziellen Tarifen und Mengenrabatten, da ihr Verbrauch höher und verlässlicher kalkulierbar ist.
Die Gaskosten hängen neben Verbrauch und Anbieter auch stark von regionalen Netzentgelten, der Vertragsgestaltung und dem CO₂-Preis ab.

Industriegas
Jahresverbrauch ab ca. 500.000 kWh
Industriegas ist für energieintensive Betriebe ausgelegt. Etwa in der Produktion, im Maschinenbau, in der Lebensmittelverarbeitung oder der chemischen Industrie.
Hier greifen häufig Sonderverträge mit individuellen Konditionen, die sich an Lastprofilen, Netzebene, Abnahmemenge und Beschaffungsstrategien orientieren.
Unternehmen können Gas direkt am Großhandelsmarkt einkaufen oder über flexible Rahmenverträge von günstigen Marktphasen profitieren.
Preisbestandteile von Gas – das steckt im kWh-Preis
Der Gaspreis ist weit mehr als nur der ausgewiesene Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Hinter jeder kWh stehen verschiedene Kostenbestandteile entlang der gesamten Versorgungskette: von der Beschaffung an internationalen Energiemärkten über Transport und Verteilung bis hin zu staatlich regulierten Preisbestandteilen, insbesondere dem CO₂-Preis.
Grundsätzlich lässt sich der Gaspreis in drei zentrale Komponenten gliedern:
Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und CO₂-Kosten.
Je nach Verbrauchsprofil, Vertragsstruktur und Standort variiert die Gewichtung dieser Bestandteile. Die Systematik bleibt jedoch für Hausverwaltungen, Gewerbe und Industrie gleich.

Energiebeschaffung & Gasvertrieb
ca. 50 %
(Quelle: BDEW Gaspreisanalyse Juli 2025)
- Beschaffung über europäische Handelsplätze
- Einkauf über Marktgebietsverantwortliche
- Vertrieb, Marge und Verwaltung

Netzentgelte & Messstellenbetrieb
ca. 18 %
(Quelle: BDEW Gaspreisanalyse Juli 2025)
- Transport durch Fernleitungs- und Verteilnetze
- Messstellenbetrieb, Zähler, Abrechnung

Steuern, Abgaben & CO₂-Preis
ca. 32 %
(Quelle: BDEW Gaspreisanalyse Juli 2025)
- Umsatzsteuer (19 %)
- Energiesteuer / Konzessionsabgaben
- Nationaler CO₂-Preis (2026: 55 €/t, entspricht rund 1,2–1,3 ct/kWh)
Entwicklung der Gaspreise
Gaspreisentwicklung für Haushalte:
Die extremen Preisspitzen der Energiekrise liegen inzwischen hinter dem Markt. Nachdem 2022 und 2023 von außergewöhnlich hohen Großhandelspreisen geprägt waren, hat sich das Preisniveau seit 2024 schrittweise beruhigt. 2025 setzte eine Stabilisierung ein, die sich 2026 fortführt – jedoch weiterhin auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Krise.
Neben den internationalen Beschaffungskosten beeinflusst insbesondere der nationale CO₂-Preis die Gaspreise zunehmend strukturell. Staatliche Entlastungsmaßnahmen wie die Gaspreisbremse wirkten nur temporär und sind inzwischen ausgelaufen. Gas bleibt damit auch 2026 ein relevanter Kostenfaktor – weniger volatil als in den Krisenjahren, aber dauerhaft teurer als im langjährigen Durchschnitt.



BDEW Gaspreisanalyse Januar 2026
Haushalte
Die BDEW-Gaspreisanalyse ist eine Auswertung, die die Gaspreise für Haushalte in Deutschland sowie deren Zusammensetzung nach Kostenbestandteilen darstellt.
Gaspreisentwicklung für Gewerbe:
Die massiven Preissprünge der Jahre 2022 und 2023 haben sich inzwischen deutlich abgeschwächt. Seit 2024 ist eine Stabilisierung erkennbar, die sich 2025 fortsetzte und 2026 weitgehend bestätigt. Neue Gewerbetarife bewegen sich aktuell häufig im Bereich um 9–11 ct/kWh – abhängig von Verbrauchsmenge, Vertragslaufzeit und Beschaffungszeitpunkt.
Gleichzeitig liegt das Preisniveau weiterhin über dem langjährigen Vorkrisendurchschnitt. Neben den internationalen Beschaffungskosten gewinnen insbesondere CO₂-Kosten und regionale Netzentgelte an Bedeutung. Für Gewerbekunden bleibt daher eine aktive Vertrags- und Beschaffungsstrategie entscheidend, um Planungssicherheit und Kosteneffizienz zu gewährleisten.
Gaspreisentwicklung für die Industrie:
Auch für die Industrie bleibt Gas 2026 ein zentraler Kostenfaktor – wenn auch auf einem stabileren Niveau als in den Krisenjahren. Große Abnehmer profitieren weiterhin von Sonderverträgen, direktem Marktzugang und langfristigen Beschaffungsstrategien, wodurch Preisschwankungen gedämpft werden können.
Die extremen Ausschläge von 2022 und 2023 sind abgeklungen, dennoch liegen die Preise weiterhin über dem Vorkrisenniveau. Neben internationalen Beschaffungskosten wirken insbesondere steigende CO₂-Kosten strukturell auf die Gaspreise. Für energieintensive Branchen bleibt Gas damit ein entscheidender Faktor für Standort- und Wettbewerbsfähigkeit.
Regionale Unterschiede in Deutschland
Warum ist Gas in einer Region günstiger als in einer anderen? Ein wesentlicher Faktor sind weiterhin die regional unterschiedlichen Netzentgelte und Konzessionsabgaben.
- Netzentgelte: Sie decken die Kosten für Transport, Betrieb und Instandhaltung der Fernleitungs- und Verteilnetze. In dicht besiedelten Regionen verteilen sich diese Kosten auf viele Abnehmer – das wirkt tendenziell preisdämpfend. In ländlichen Gebieten hingegen muss die Infrastruktur von weniger Kunden getragen werden, was die Entgelte pro Anschluss erhöht. Auch Investitionen in Modernisierung, Netzstabilität oder Umstellungen im Zuge der Energiewende beeinflussen die regionale Kostenstruktur. Die von der Bundesnetzagentur angestoßene Neuverteilung bestimmter Netzkosten wirkt auch 2026 fort. Ziel ist eine ausgewogenere Lastenverteilung zwischen Regionen mit historisch hohen und niedrigeren Netzkosten. Dennoch bestehen weiterhin deutliche regionale Unterschiede.
- Konzessionsabgaben: Diese Abgaben zahlen Netzbetreiber an die jeweilige Kommune für die Nutzung öffentlicher Wege. Ihre Höhe richtet sich nach der Gemeindegröße und bleibt ein weiterer standortabhängiger Preisbestandteil.
Auch wenn bundesweit einheitliche Steuersätze und CO₂-Preise gelten, unterscheiden sich die tatsächlichen Gaspreise regional spürbar – abhängig von Netzstruktur, Auslastung und kommunalen Rahmenbedingungen. Für Gewerbe- und Industriekunden mit hohem Verbrauch können sich diese Unterschiede auf erhebliche Beträge summieren. Eine regelmäßige Prüfung von Tarifen und Netzentgelten bleibt daher auch 2026 wirtschaftlich sinnvoll.
Warum schwanken die Gaspreise so?
Die Gaspreise werden von einem Zusammenspiel aus internationalen Märkten, politischen Rahmenbedingungen und saisonalen Effekten bestimmt. Zwar sind die extremen Ausschläge der Energiekrise abgeklungen, strukturelle Preisschwankungen bleiben jedoch systembedingt.
⚪ Rohstoffpreise & Weltmarkt
Gas wird an internationalen Handelsplätzen wie TTF oder über die Marktgebietsplattform Trading Hub Europe gehandelt. Angebot und Nachfrage bestimmen das Preisniveau. Eine hohe LNG-Nachfrage in Asien oder Angebotsengpässe auf dem Weltmarkt wirken sich unmittelbar auf europäische Beschaffungspreise aus.
⚪ Geopolitik & Lieferstrukturen
Europa hat seine Bezugsquellen diversifiziert, bleibt jedoch in globale Energiemärkte eingebunden. Politische Spannungen, Handelskonflikte oder Störungen in Lieferketten können weiterhin kurzfristige Preisreaktionen auslösen.
⚪ Saisonale Nachfrage & Wetter
Gas wird nach wie vor stark für Heizzwecke genutzt. Kalte Winter erhöhen die Nachfrage und damit das Preisniveau, milde Temperaturen oder eine hohe Energieeffizienz wirken preisdämpfend.
⚪ Speicherstände
Die Füllstände der europäischen Gasspeicher sind ein zentraler Stabilitätsfaktor. Hohe Speicherstände schaffen Versorgungssicherheit und wirken beruhigend auf die Märkte. Sinkende Reserven erhöhen hingegen die Sensibilität gegenüber Preisschwankungen.
⚪ CO₂-Preis & Regulierung
Der nationale CO₂-Preis steigt 2026 auf 55 €/t und verteuert Gas strukturell weiter. Hinzu kommen regulatorische Rahmenbedingungen, Netzentgeltanpassungen oder politische Eingriffe, die das Preisniveau beeinflussen können.
⚪ Netz- und Transportkosten
Regionale Netzentgelte beeinflussen die Endpreise, spielen jedoch im Vergleich zu internationalen Beschaffungskosten eine geringere Rolle bei kurzfristigen Schwankungen.
Gaspreise im EU-Vergleich

Deutschland vs. EU- Durchschnitt
Deutschland zählt im europäischen Vergleich weiterhin zu den Ländern mit einem überdurchschnittlichen Gaspreisniveau.
Auch wenn sich die Märkte seit der Energiekrise stabilisiert haben, liegen die Endpreise hierzulande tendenziell über dem EU-Durchschnitt.
Hauptgründe sind der erhöhte nationale CO₂-Preis, vergleichsweise hohe Netzentgelte sowie zusätzliche Abgaben und Konzessionszahlungen, während andere EU-Staaten teils stärker subventionieren oder geringere steuerliche Belastungen vorsehen.
Spartipps & Handlungsmöglichkeiten
Für Haushalte
- Anbieterwechsel prüfen: Schon ein Unterschied von 1–2 Cent pro kWh macht bei 20.000 kWh Jahresverbrauch schnell mehrere hundert Euro aus.
- Tarifwahl optimieren: Auf faire Vertragslaufzeiten, transparente Preisgarantien und ohne Lockboni achten.
- Heizverhalten anpassen: Raumtemperatur um 1 °C senken spart bis zu 6 % Energie. Türen schließen, Heizkörper nicht verdecken.
- Wartung & Effizienz: Heizungsanlage regelmäßig warten, Thermostatventile nutzen, Leitungen dämmen.
- Sanierung & Dämmung: Gute Dämmung von Dach, Fassade und Fenstern reduziert den Gasverbrauch langfristig massiv.
- Alternative Technologien prüfen: Wärmepumpen oder Hybridlösungen reduzieren Gasbedarf und steigende CO₂-Kosten; Förderbedingungen sollten vor Umsetzung aktuell geprüft werden.
Für Gewerbe
- Sondertarife nutzen: Gewerbekunden profitieren von speziellen Gas-Tarifen. Ein Vergleich über Energiemakler bringt oft deutlich bessere Konditionen als Standard-Tarife.
- Verbrauchsprofil analysieren: Durch Lastkurvenanalyse können Spitzen reduziert werden, z. B. Maschinenlaufzeiten verschieben oder gleichmäßiger verteilen.
- Rahmenverträge bündeln: Mehrere Standorte oder Betriebsstätten in einem Vertrag zusammenfassen erhöht das Volumen und verbessert die Verhandlungsbasis.
- Energieaudits strategisch nutzen: Staatlich gefördert und häufig Voraussetzung für Entlastungen. Systematische Identifikation von Effizienz- und Dekarbonisierungspotenzialen in Heizung, Lüftung und Prozessen.
- Förderprogramme prüfen: Aktuelle BAFA-, KfW- und Transformationsprogramme gezielt einbinden und Förderbedingungen regelmäßig überprüfen.
- Alternative Technologien prüfen: Wärmepumpen, Hybridlösungen oder Biomethan-Optionen können den Gasbedarf senken und machen unabhängiger von fossilen Importen.
- Wärmerückgewinnung & Abwärmenutzung: Prozesswärme oder Abgase lassen sich in vielen Branchen effizient zurückführen.
Für Industrie
- Strukturierte Gasbeschaffung: Gas über Terminmarktstrategien oder OTC-Verträge absichern, um Preisrisiken aktiv zu steuern und Planungssicherheit zu erhöhen.
- Individuelle Netzentgelte beantragen: Bei sehr hohem, gleichmäßigem Verbrauch können energieintensive Betriebe reduzierte Netzentgelte oder Befreiungen nutzen.
- Lastmanagement & Flexibilität: Prozesse gezielt in Zeiten günstiger Marktpreise oder bei voller Speicherlage fahren. Flexibilisierung kann auch Zusatzerlöse durch Teilnahme am Regelenergiemarkt bringen.
- Eigenerzeugung & KWK: Blockheizkraftwerke (BHKW), große PV-Anlagen mit Speichern oder industrielle KWK-Lösungen senken Gasbezugskosten und verbessern Effizienz.
- Abwärmenutzung & Prozessoptimierung: Abwärme aus Öfen, Druckluft oder Kühlprozessen zurückgewinnen und für Heizung oder Warmwasser nutzen.
- Dekarbonisierungsstrategien: Einsatz von Biomethan, Wasserstoff oder Elektrifizierung reduziert Gasverbrauch, CO₂-Kosten und regulatorische Risiken.
- Förderungen & Steuererleichterungen: Nationale Transformationsprogramme, BEHG-Entlastungen und EU-Instrumente strategisch nutzen.
Energiemakler in Deutschland: So profitieren Hausverwaltungen, Gewerbe & Industrie
Ein Energiemakler ist ein spezialisierter Marktpartner zwischen Gasanbietern und Kunden. Er kennt die Marktmechanismen, beobachtet die Preisentwicklung an relevanten Handelsplätzen und verhandelt strukturierte Sonderkonditionen, die in Standardtarifen oder Vergleichsportalen nicht abgebildet sind.
- Hausverwaltungen profitieren, weil ein Energiemakler den Gasbezug für mehrere Objekte bündeln kann. Das senkt die Kosten pro Einheit und reduziert gleichzeitig den administrativen Aufwand durch einheitliche Vertragsstrukturen und transparente Abrechnungen.
- Gewerbebetriebe erhalten Zugang zu speziellen Gewerbegastarifen, die auf ihr individuelles Verbrauchsprofil abgestimmt sind. Der Makler analysiert Lastverläufe, identifiziert Optimierungspotenziale und wählt Vertragsmodelle, die Planbarkeit und Flexibilität sinnvoll kombinieren.
- Industriekunden können über einen Energiemakler individuelle Sonderverträge abschließen – etwa mit flexiblen Laufzeiten, Mengenbündelung oder strukturierten Beschaffungsmodellen über Terminmarkt- oder börsennahe Produkte. Je nach Verbrauchsmenge und Marktphase lassen sich dadurch erhebliche jährliche Einsparpotenziale realisieren.
Zusätzlich übernehmen Energiemakler das laufende Markt- und Risikomanagement. Unternehmen und Verwaltungen müssen Preisentwicklungen nicht permanent selbst beobachten, sondern profitieren von professionell identifizierten Abschlusszeitpunkten und strategisch verhandelten Konditionen.
Erfahre, wie EnerSales dich unterstützen kann

Gewerbe
Du hast ein Gewerbe angemeldet und dein Jahresverbrauch liegt unter 100.000 kWh Strom bzw. 1.500.000 kWh Gas.

Industrie
Du hast einen Lastgang und dein Jahresverbrauch liegt über 100.000 kWh Strom bzw. 1.500.000 kWh Gas.

Hausverwaltung
Du betreust mehrere Objekte (WEGs) und bist für die Beschaffung günstiger Energie verantwortlich.
Prognose: Wohin entwickeln sich die Gaspreise bis 2030?
Die Gaspreisentwicklung bis 2030 wird weniger vom kurzfristigen Marktgeschehen, sondern stärker von strukturellen Veränderungen im Energiesystem bestimmt. Energie- und Klimapolitik, CO₂-Bepreisung und der schrittweise Rückgang der Gasnutzung setzen die Rahmenbedingungen.
Strukturell sinkende Nachfrage
Mit der Wärmewende, dem Ausbau von Wärmepumpen und strengeren Effizienzstandards wird der Gasverbrauch in Haushalten und Teilen des Gewerbes zurückgehen. Auch in der Industrie treiben Elektrifizierung, Wasserstoff und Effizienzmaßnahmen den Substitutionsprozess voran. Ein geringerer Verbrauch führt jedoch nicht automatisch zu sinkenden Endpreisen: Fixkosten für Netzinfrastruktur und Systembetrieb verteilen sich auf weniger Abnehmer.
Netzinfrastruktur und Kostenverteilung
Die Gasnetze bleiben bis auf Weiteres betriebs- und investitionsintensiv. Gleichzeitig sinkt perspektivisch die Auslastung. Das erhöht das Risiko steigender spezifischer Netzentgelte pro Kilowattstunde. Regionen mit starkem Nachfragerückgang könnten davon besonders betroffen sein.
CO₂-Bepreisung
Der nationale CO₂-Preis steigt planmäßig weiter an. Bis 2030 ist mit deutlich höheren Zertifikatspreisen zu rechnen. Für Erdgas bedeutet das zusätzliche Belastungen pro Kilowattstunde – ein struktureller Kostentreiber, der Gas im Wettbewerb mit elektrischen oder erneuerbaren Lösungen weiter unter Druck setzt.
Internationale Märkte
Deutschland bleibt in den kommenden Jahren auf internationale Gasbeschaffung angewiesen. Globale Nachfrageverschiebungen, LNG-Kapazitäten und geopolitische Entwicklungen können weiterhin zu Preisschwankungen führen. Volatilität verschwindet nicht, sie verändert nur ihre Ursachen.
Bis 2030 zeichnet sich ein klares Bild ab:
Die reinen Beschaffungskosten könnten sich bei rückläufiger Nachfrage stabilisieren. Die Endkundenpreise dürften jedoch durch steigende CO₂-Kosten, potenziell höhere Netzentgelte und regulatorische Vorgaben strukturell auf erhöhtem Niveau bleiben. Eine Rückkehr zu den Preisniveaus vor der Energiekrise ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Gas bleibt damit bis 2030 ein kostenintensiver Energieträger. Mit zunehmendem strategischem Druck zur Effizienzsteigerung und Substitution.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Ein Wechsel lohnt sich immer dann, wenn dein aktueller Gastarif über dem Marktniveau liegt oder eine bestehende Preisgarantie ausläuft. Schon wenige Cent Unterschied pro Kilowattstunde machen bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh mehrere hundert Euro aus.
Besonders Gewerbe- und Industriekunden profitieren von Sondertarifen, Ausschreibungen und Rahmenverträgen. Hier können durch individuelle Konditionen und Mengenbündelung Einsparungen im fünfstelligen Bereich erzielt werden.
Im Winter steigt die Nachfrage für Heizung stark an – die Großhandelspreise klettern. Im Sommer sinkt die Nachfrage, während gleichzeitig Speicher gefüllt werden. Auch Importkosten (z. B. LNG), geopolitische Ereignisse und CO₂-Kosten wirken sich auf die Preisentwicklung aus.
Nein, jedes Land legt seine eigenen Steuern, Abgaben und Netzentgelte fest. Deshalb unterscheiden sich die Endkundenpreise innerhalb Europas deutlich.
Auf EU-Ebene existieren zwar gemeinsame Großhandelsmärkte (z. B. TTF in den Niederlanden oder Trading Hub Europe in Deutschland) und eine weitgehend integrierte Gasinfrastruktur. Diese sorgen dafür, dass sich Preisbewegungen schnell europaweit ausbreiten. Aber wie viel Haushalte, Gewerbe und Industrie am Ende zahlen, hängt stark von nationalen Abgaben, Förderpolitiken und der jeweiligen Netzstruktur ab.
Kurzfristig sind bei Gas durchaus starke Preisschwankungen möglich, abhängig von Wetter, Speicherständen, globaler Nachfrage oder geopolitischen Entwicklungen. Sinkende Großhandelspreise können sich temporär auch auf Verbraucherpreise auswirken.
Langfristig jedoch ist eine Rückkehr zu den Vorkrisenpreisen unwahrscheinlich. Der CO₂-Preis steigt bis 2030 kontinuierlich, die Netzentgelte verteuern sich, weil immer weniger Kunden die Fixkosten der Gasnetze tragen, und politische Vorgaben lenken den Markt weg von fossilem Gas.
Damit gilt: Gas kann zwischenzeitlich günstiger werden, bleibt aber strukturell ein teurer Energieträger mit tendenziell weiter steigenden Endkundenpreisen für Haushalte, Gewerbe und Industrie.
Energiemakler sind mehr als reine Tarifvergleicher. Sie verhandeln Sonderkonditionen, bündeln mehrere Abnahmestellen und analysieren das jeweilige Verbrauchsprofil. So entstehen Verträge, die besser zu den realen Bedürfnissen passen als Standardangebote.
Zudem beobachten Energiemakler den Markt laufend und informieren, sobald sich Chancen für günstigere Konditionen ergeben. Dadurch stellen sie sicher, dass Hausverwaltungen, Gewerbebetriebe und Industrieunternehmen nicht dauerhaft in überteuerten Verträgen gebunden sind, sondern flexibel auf Preisbewegungen reagieren können.
Schon eine Differenz von 2–3 Cent pro kWh bedeutet für einen Betrieb mit 50.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr eine Ersparnis von 1.000–1.500 €.
Bei mehreren Standorten oder deutlich höheren Verbräuchen summieren sich die Einsparungen schnell auf fünfstellige Beträge pro Jahr – ein starkes Argument, Tarife regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls zu wechseln.
